DGUV 205-023     ·     ArbSchG §10     ·     ASR A2.2

Brandklassen

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Nicht jeder Brand lässt sich mit demselben Löschmittel bekämpfen. Welche Methode geeignet ist, hängt entscheidend davon ab, welcher Stoff brennt und welche Gefahren von der Situation ausgehen. Wer im Unternehmen für den Brandschutz verantwortlich ist oder als Brandschutzhelfer eingesetzt wird, sollte deshalb die verschiedenen Brandklassen kennen. Dieses Wissen hilft dabei, Brandgefahren besser einzuschätzen, geeignete Löschmittel zuzuordnen und gefährliche Fehlentscheidungen zu vermeiden. Die richtige Auswahl kann entscheidend sein, um einen Entstehungsbrand sicher zu bekämpfen, ohne Menschen zusätzlich zu gefährden.

In Europa werden Brände nach der europäischen Norm EN 2 in die Brandklassen A, B, C, D und F eingeteilt. Die Einteilung richtet sich nach dem brennenden Stoff. Die Brandklasse A umfasst feste, überwiegend organische Stoffe, die normalerweise unter Glutbildung verbrennen. Typische Beispiele sind Holz, Papier, Karton, Textilien und bestimmte Kunststoffe. Solche Materialien finden sich in nahezu jedem Betrieb, beispielsweise in Büros, Werkstätten, Lagerhallen oder Produktionsbereichen. Je nach Material und Brandsituation können geeignete Wasser- oder Schaumlöschmittel eingesetzt werden. Wichtig ist, dass das Löschmittel für den jeweiligen Brand zugelassen ist und die Anwendung gefahrlos erfolgen kann.

Die Brandklasse B umfasst Brände von flüssigen oder flüssig werdenden Stoffen. Dazu zählen beispielsweise Benzin, Lacke, Lösungsmittel, Öle und bestimmte Kunststoffe, die beim Erhitzen schmelzen. Solche Brandgefahren können unter anderem in Werkstätten, Lackierbereichen, Produktionsbetrieben und Lagern auftreten. Für Brände der Brandklasse B kommen abhängig vom Stoff und der Situation beispielsweise Schaum-, Pulver- oder geeignete CO₂-Löschmittel infrage. Die Auswahl muss auf die konkrete Gefahr abgestimmt werden. Insbesondere bei brennbaren Flüssigkeiten ist zu beachten, dass ein ungeeigneter Löschversuch zur Ausbreitung des Brandes führen kann.

Die Brandklasse C bezeichnet Brände von Gasen. Beispiele sind Propan, Butan oder Erdgas. Gasbrände können beispielsweise an technischen Anlagen, Gasflaschen oder bestimmten Produktions- und Heizungsanlagen auftreten. Hier ist besondere Vorsicht erforderlich, weil ausströmendes Gas weiterhin eine gefährliche Atmosphäre bilden kann. Bei einem Gasbrand steht deshalb die sichere Unterbrechung der Gaszufuhr im Vordergrund, sofern dies ohne Eigengefährdung möglich ist. Ein bloßes Löschen der Flamme kann dazu führen, dass unverbranntes Gas austritt und sich entzündet oder eine explosionsfähige Atmosphäre entsteht. Gasbrände gehören daher nicht zu den Situationen, in denen ungeschulte Mitarbeiter eigenständig riskante Löschversuche unternehmen sollten.

Die Brandklasse D umfasst Brände bestimmter Metalle, beispielsweise Magnesium, Natrium oder Aluminium in geeigneter brennbarer Form. Solche Brände können unter anderem in spezialisierten Industrie- und Fertigungsbereichen vorkommen. Sie erfordern spezielle, für den jeweiligen Metallbrand geeignete Löschmittel. Wasser und ungeeignete Löschmittel können bei bestimmten Metallbränden heftige Reaktionen verursachen und die Gefahr erheblich verschärfen. Unternehmen, die mit brennbaren Metallen arbeiten, müssen die spezifischen Gefährdungen in ihrer Gefährdungsbeurteilung berücksichtigen und geeignete Schutzmaßnahmen festlegen.

Die Brandklasse F betrifft Brände von Speiseölen und Speisefetten, wie sie beispielsweise in Fritteusen oder gewerblichen Küchen entstehen können. Das heiße Fett kann sich entzünden und stellt eine besondere Gefahr dar. Ein Löschversuch mit Wasser ist unbedingt zu vermeiden, weil es zu einer explosionsartigen Ausbreitung des brennenden Fetts kommen kann. Für diese Brandklasse sind spezielle Fettbrandlöscher vorgesehen. In Gastronomiebetrieben, Kantinen und Küchen sollte deshalb bekannt sein, welche Löschmittel verfügbar sind und wie im Brandfall sicher reagiert wird. Auch hier gilt: Nur wenn die Situation überschaubar ist und keine Eigengefährdung besteht, kommt ein Löschversuch durch entsprechend unterwiesene Personen überhaupt infrage.

Eine wichtige Besonderheit betrifft elektrische Anlagen und Geräte. Elektrizität ist keine eigene Brandklasse. Bei einem Brand an elektrischen Geräten muss vielmehr berücksichtigt werden, ob die Anlage noch unter Spannung steht und ob das verwendete Löschmittel dafür geeignet ist. Je nach Gerät, Spannung, Abstand und Herstellerangaben können unterschiedliche Gefahren bestehen. Mitarbeiter sollten niemals unüberlegt Wasser einsetzen oder sich einer elektrischen Gefahrenquelle nähern. Wenn es sicher möglich ist, kann das Abschalten der Stromversorgung sinnvoll sein. Im Zweifel müssen die Beschäftigten Abstand halten, den Alarm auslösen und die Feuerwehr verständigen.

Die Kenntnis der Brandklassen ist ein wesentlicher Bestandteil einer praxisnahen Brandschutzhelfer-Ausbildung. Nach den einschlägigen Anforderungen der ASR A2.2 und der DGUV Information 205-023 sollen Brandschutzhelfer unter anderem die Grundlagen der Brandentstehung, die betrieblichen Brandgefahren und den sachgerechten Einsatz geeigneter Löschmittel kennenlernen. Neben der Theorie sind praktische Übungen wichtig, damit die Teilnehmer die Grenzen ihrer Handlungsmöglichkeiten verstehen. Ein Löschversuch darf niemals Vorrang vor dem Schutz von Menschen haben. Bei starker Rauchentwicklung, schneller Brandausbreitung oder unklarer Gefahrenlage muss der Gefahrenbereich verlassen und die Feuerwehr alarmiert werden.

Brandschutzservice Ost vermittelt Unternehmen in Plauen, im Vogtland und in der umliegenden Region, beispielsweise in Treuen, Reichenbach, Zwickau, Chemnitz, Hof, Gera und Schleiz, praxisnahes Wissen rund um Brandklassen, Löschmittel und richtiges Verhalten im Brandfall. Mit einer verständlichen Schulung schaffen Sie eine wichtige Grundlage dafür, dass Ihre Mitarbeiter typische Brandgefahren erkennen und angemessen reagieren können. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Ihre Brandschutzhelfer ausbilden oder die Brandschutzkenntnisse Ihrer Beschäftigten gezielt erweitern möchten.

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